Bogenmensch – Deine Plattform für Verbindung von Achtsamkeit und Bogenschießen

Ausbildungen, Philosophie

Formale Ausbildungen:

Ausbildung zum zertifizierten Mentaltrainer. Staatlich zugelassener Lehrgang (ZFU-NR 7276014) mit den Inhalten:

Neurologisches Grundwissen und Visualisierung / Klassische Entspannungsverfahren: Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation / Elemente aus der Kinesiologie / Das Wahrnehmungssystem / Kommunikation / Der Veränderungsprozess / Ressourcenarbeit / Stimm- und Sprechtraining / Mentalcoaching für Beruf und Erfolg / Stressmanagement / Sport- und Bewegungscoaching / Mentaltraining im Kunstbereich / Mentaltraining für Kinder / Mentaltraining Lebensthemen

Ausbildungen Flexyfit Sports Academie: Sport-Mental und Neuroathletiktrainer aufbauend auf dem Grundmodul Sportkompetenz mit den Inhalten:

Anatomie (8 UE), Ernährung (4 UE), Grundlagen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (4 UE), Kundenorientiertes Arbeiten (4 UE), Physiologie (8 UE), Sportpsychologie – Kommunikation und Motivation (4 UE), Sportverletzung (4 UE), Trainingslehre Grundlage (8 UE), Mentaltraining Einführung in die Grundlagen (4 UE), Concentration And Attention (4 UE), Mentale Regeneration im Sport (4 UE), Mentales Training (4 UE), Sportmentaltrainer & Motivation (4 UE), Stressmanagement und Entspannungstechniken (4 UE), Training und Wettkampfvorbereitung (4 UE), Einführung ins Neuroathletik Training (4 UE), Funktionelle Neuroanatomie (4 UE), Neurozentrierte Ganzkörperübungen (4 UE)
(Zert-Check Nummern: AT 08185 48179 und AT 08185 36728)

Erfahrungen

  • Bogenschießen seit 2006, seit 2017 intensive Auseinandersetzung mit der Thematik via Lehrbüchern, Videos und persönlichem Austausch.
  • Organisation und Durchführung von Kursen im intuitiven Bogenschießen seit 2018
  • Regelmäßige Qi-Gong und Meditationspraxis
  • Fünfjährige Tätigkeit als Betreuer von mehrfach behinderten Menschen (Lebenshilfe Sollenau und Dorfgemeinschaft Breitenfurt)

Meine Philosophie zum Bogenschießen

Mein persönlicher Zugang zum Bogenschießen war niemals der Leistungssport und das Verlangen, mich in Bewerben mit anderen zu messen. Genau genommen sehe ich Bogenschießen nicht einmal als Sport, sondern als Üben des Umgangs mit einer ursprünglichen Waffe, die der Mensch seit Jahrtausenden zum Zwecke der Jagd und auch des Krieges verwendet.
Der Aspekt, der mich am Bogenschießen von jeher fasziniert hat, sind die Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper. Es braucht einen bestimmten, inneren Zustand, damit der Bewegungsablauf störungsfrei ablaufen kann. Dieser Zustand lässt sich nicht willentlich erzwingen. Bogenschießende kennen das Phänomen: Es gibt Tage, da läuft es wie geschmiert und es gibt Tage, wo man ständig Fehler macht. Wie aber, soll man den Zustand benennen, indem man gut Bogenschießen kann und wie jenen, in dem man es nicht kann? Fragt man Bogenschießende danach, dann sagen sie zu ihrem Zustand an Tagen, an denen es nicht läuft, Dinge wie: „Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich bin nicht bei der Sache. Ich will es zu sehr.  Ich bin zu wenig locker.“
Läuft es wiederum gut, beschreiben sie ihren Zustand mit Worten wie: „Ich bin dann einfach völlig bei der Sache. Ich denke gar nicht viel darüber nach, es läuft einfach. Ich bin einfach bei mir. Ich bin gegenwärtig. Ich bin eins mit mir.“

Man könnte nun sagen, es liegt an mangelnder Konzentration, wenn es nicht läuft. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Konzentration ist das Bündeln der Aufmerksamkeit auf eine Sache. Das führt jedoch leicht dazu, dass wir uns zu sehr auf eine Sache konzentrieren und darüber andere, ebenso wichtige Dinge, aus dem Blick verlieren. Man muss sich beim Bogenschießen also nicht einfach nur konzentrieren, sondern sich sozusagen: „In der rechten Weise auf die rechten Dinge“ konzentrieren.
Ferner kann man natürlich auch festhalten, dass Bogenschießen von Dingen wie dem Aktivierungsniveau, der Fähigkeit, mit selbst oder von außen auferlegtem Stress und Leistungsdruck umzugehen und dergleichen mehr abhängt. Auch das ist richtig, aber auch hier laufen wir wieder Gefahr, uns möglicherweise durch „Überregulierung“, also den Versuch, zwanghaft einen ganz bestimmten Zustand herstellen zu wollen, letztlich noch mehr im Weg zu stehen.
Was also tun? Wir ahnen ungefähr, woran es liegt, haben aber nach wie vor keinen Begriff für den Zustand, in dem das Bogenschießen gut funktioniert.

Ich habe lange gebraucht, um diesen Begriff für mich zu finden und er lautet: „Achtsamkeit“. Nicht Achtsamkeit im Sinne von Räucherstäbchen und Glockengebimmel, sondern Achtsamkeit als ein dem Menschen von Natur aus möglicher Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand. In einem Zustand der Achtsamkeit nehmen wir hellwach unsere Körper, unseren Geist und unsere Umwelt wahr, ohne dabei von Gedanken und Emotionen abgelenkt zu sein und ohne unsere Wahrnehmungen zu bewerten. Wir sind einfach völlig, mit all unseren Sinnen und all unserer Bewusstheit, im Hier und Jetzt. Anders als in der Konzentration sind wir dabei nicht auf einen Teilbereich fixiert oder springen zwischen einzelnen Teilbereich hin und her, sondern unsere Aufmerksamkeit ist weit gestellt – alle Eindrücke können vorbehaltlos einfließen.

Warum soll dieser Zustand dem Bogenschießen nun förderlich sein? Weil wir uns dabei einfach ganz spüren, weil wir ganz bei der Sache sind, weil uns nichts ablenkt. In diesem Zustand kann der Schussablauf einfach ungestört geschehen.
Selbstverständlich kann man an dieser Stelle etliche Einwände bringen. Was, wenn der Körper den richtigen Schussablauf noch gar nicht kann, wie soll der denn dann richtig geschehen? Und überhaupt: Wie soll das gehen, einfach achtsam sein, so auf Knopfdruck, das funktioniert doch nicht?

All diese Einwände sind erst mal berechtigt. Natürlich müssen wir unseren Schussablauf üben und verbessern, selbstverständlich gibt es dabei Dinge, die man beachten sollte, wenn man seinen Körper optimalen nutzen möchte. Allerdings ist der Bewegungsablauf beim Bogenschießen jetzt nicht so arg kompliziert, wie manchmal behauptet wird. Er wirkt unheimlich komplex, wenn man ihn auseinandernimmt und Teil für Teil analysiert – aber dasselbe trifft auch auf jeden anderen Bewegungsvorgang zu. Letztlich besteht Bogenschießen aus ein paar simplen Bewegungen, die in ihren Grundzügen tatsächlich in sehr kurzer Zeit erlernbar sind. Der Rest ist dann „Feintuning“, was nichts anderes bedeutet, als diese Bewegungen und ihr Zusammenspiel immer differenzierter kennenzulernen. Und dieser Prozess gelingt wiederum besser, wenn versucht wird, ihn in einer achtsamen Grundhaltung auszuführen.

Was ist aber mit dem Einwand, dass wir Achtsamkeit nicht willentlich auf Knopfdruck herstellen können? Achtsamkeit ist Übung. Machen wir häufig Achtsamkeitsübungen – egal ob formelle Achtsamkeitsübung wie Meditation oder informelle Achtsamkeitsübung im Alltag – dann wird uns das allmählich zur Natur. Nicht dass wir dann eines Tages ständig achtsam wären, aber wir merken es immer häufiger, wenn wir es nicht sind und können dies als Impuls für eine weitere Achtsamkeitsübung nutzen. Entscheiden wir uns dafür, Bogenschießen fortan als Achtsamkeitsübung zu betrachten und zu tun, dann werden wir auch häufiger beim Bogenschießen achtsam sein.

All dies bedeutet nun nicht, dass wir Bogenschießen plötzlich nur noch als Achtsamkeitsübung sehen sollen oder dürfen. Unsere ursprünglichen Beweggründe und Ziele bleiben natürlich erhalten. Wer etwa leistungsorientierter Bogenschütze ist und viele Bewerbe gewinnen möchte, bleibt natürlich dabei. Er kann dies und alles, was damit einhergeht, seine Erlebnisse und sein Tun darin, fortan aber einfach unter dem Aspekt der Achtsamkeit betrachten und es wird ihm dadurch vieles einfacher werden.

Im Rahmen der Bogenmensch-Bogenschule vermittle ich jetzt also diese Verknüpfung von Achtsamkeit und Bogenschießen. Entspannt, offen, ohne Räucherstäbchen und Klangschalen.

Achtsam Bogenschießen

Achtsam BogenschießenGelebte Mindfulness ist gerade in der heutigen Zeit ein wesentlicher Bestandteil eines ausgeglichenen Lebensstils. Während TV, Radio und Internet uns unentwegt mit Warnungen vor allem Möglichen überfluten, erleben wir kaum noch den Augenblick und verlieren uns stattdessen in Sorgen und Befürchtungen. Dieses Buch beschreibt Prinzipien der Achtsamkeit am Beispiel des achtsamen Bogenmenschen. Mit Übungen und Überlegungen lädt es dazu ein, die Achtsamkeit wieder stärker in das Leben zu integrieren. Dabei kann jeder – auch ohne selbst Bogen zu schießen – ein achtsamer Bogenmensch werden.
So mancher wird nach der Lektüre vielleicht auch selbst mit dem – achtsamen – Bogenschießen beginnen wollen.
Für bereits aktive Bogenschießende kann Mindfulness dem Bogenschießen eine neue Qualität verleihen sowie als Hilfe gegen Target Panic dienen.